...mit Kunst kam ich schon in jungen Jahren in Berührung. Meine Mutter arbeitete damals für eine alte hanseatische Juweliersfamilie im Haushalt. Diese waren schon Anfang des letzten Jahrhunderts rege tätig als Kunstmäzene und das Haus hing voll mit Arbeiten von Nolde, Kokoschka und Paula Modersohn . Anläßlich meines 8ten Geburtstages fragte man mich, ob ich jenes Bild ( Mohnblumen von Nolde ) gern haben würde. Meine Antwort : "...nö, gefällt mir nich so..." Naja, Schluß damit. Auf jeden Fall sah ich schon als Kind hochklassige Kunst und sie hat mich berührt, soweit erinnere ich mich...
...zum Ende meiner Schulzeit hin hatte ich das Glück, daß wir eine neu gebaute Schule bezogen und mit der Unterstützung meines damaligen Kunstlehrers, beschäftigte ich mich mit Radierung und Siebdruck eingehend, mit ganz schönen Ergebnissen. Leider reichte die Phantasie in meiner Familie damals nicht bis zu einer akademischen Ausbildung, was ich heute manchmal etwas bedaure...
Einige Jahre darauf begann ich mich für Ölmalerei zu interessieren - und - weil der Mensch immer mehr mein Thema wurde, für Anatomie und Verhältnislehre. Die klassische Ölmalerei faszinierte mich und ich setzte mich eingehend damit auseinander. Je tiefer ich in diese Thematik eintauchte, desto unzufriedener wurde ich mit dem vortäuschen von Raum, was dazu führte, daß ich mir Mitte der 70er Jahre schwor, wenn ich mich je wieder ernsthaft mit Kunst beschäftigen wollte, müßte es eine Dreidimensionale sein...
So vergaß ich für viele Jahre wie anregend es ist schöpferisch tätig zu sein. Am Rande sei vielleicht erwähnt, daß ich in den 80ern einen Teil meines Geldes als Fassadenmaler, sowie mit dekorativen Innenbemalungen ( tromp d'oeil - Marmor - Illusionsmalerei - div. Farbtechniken).
...anläßlich eines Besuches bei Freunden in Oakland lernte ich Yussef K. kennen. Bei einem Treffen, zu dem mich mein, inzwischen verstorbener, Freund Ron mitnahm, fragte ich ihn, ob schon mal was verkauft hätte ( der gesamte Garten und Hof stand voll mit Skulpturen verschiedenster Art aus Holz und Stein und unterschiedlichen Materialien. Außerdem war jede Menge unbearbeitetes Material zu finden. Ein faszinierender Anblick !!). Er schaute mich versonnen an und antwortete: ...nein, das mache er alles nur, um es seinen Freunden an meinem 65ten Geburtstag zu zeigen...
Diese Attitüde war wie ein Zündfunke, der meinen Wunsch nach Form entzündete und ich konnte es kaum erwarten Material in die Finger zu bekommen und die Formen daraus zu befreien. Dieses Gefühl hält bis heute an und wird eher stärker, wenn ich wahrnehme, wie die Ideen, wie Wellen im Meer, von innen an meinen Schädel branden und ich die Eine oder Andere verwirklichen kann...
...hinzu kam der eindringliche Rat einer geschätzten "Kollegin", meine Phantasie "auf garkeinen Fall!" von "Irgendjemandem!" in " irgend einer Weise" reglementieren zu lassen... dies beherzige ich seit dem und " fahre sehr gut" damit.Es bedeutet gleichzeitig, daß eine Vielzahl von sehr unterschiedlichen Arbeiteten und Projekten entsteht...
PS: ...trotzdem sei an dieser Stelle gesagt, daß grad wir Bildhauer Verantwortung haben, für den Raum, besonders beim herstellen von Objekten...
...die Gestaltung einer Form vollzieht sich auf zweierlei Weise! Zum Einen ist sie vorhanden IN Materie... zum Anderen wird Materie zusammengefügt an einem Ort, an dem vorher NICHTS war... Das ist der Unterschied...!
...ich verzichte an dieser Stelle auf das nervtötend Aufzählen vergangener Ausstellungen... die Arbeit eines Künstlers spricht für sich...